Diskussion: “Kids und Risks im Netz”
Das Internet hat sich für viele Nutzer bereits zum Leitmedium entwickelt – ein Leben ohne Netz ist für Jung und immer öfters auch Alt, kaum noch vorstellbar. Doch je länger es das Netz der Netze gibt, je mehr es sich ausbreitet, desto riskanter wird auch seine Nutzung. Überall lauern Gefahren – die wir einem breiten Publikum durch ein Podiumsgespräch noch einmal deutlich vor Augen führen möchten.
Sie reichen von der Virenverbreitung über das Hijacking von Websites und Rechnern, den Betrugsfällen und Problemen für die Privatsphäre bis hin zur sexuellen Belästigung von Minderjährigen. Unsere renommierten Experten auf dem tweakfest Podium werden Ihnen sagen, auf was es ankommt, nicht zum „Cyber-Opfer“ zu werden…
Mit Ivan Levy, CEO, The Body Shop Schweiz; Rolf Nägeli, Leutnant, Stadtpolizei Zürich, Kommissariat Prävention; Primo Amrein Microsoft, Lead Online Business Group, Wallisellen, ZH; Hajo Michels, ext. Mitarbeiter Schweizerische Kriminalprävention, Bern; Franz Eidenbenz, Fachpsychologe für Psychotherapie FSP, Zürich. (Angefragt: Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität KOBIK, Bern). Moderation: Marc Bodmer, Journalist, Jurist, Dozent (ZHAW).
Ivan Levy, CEO, The Body Shop Schweiz

Weltweit werden jedes Jahr 1.2 Millionen Kinder und Jugendliche Opfer von Sexhandel. Der Sexhandel ist per se kein neues Phänomen, aber die geografischen Distanzen, die beim Transport zurückgelegt werden und die damit umgesetzten Summen sind gigantisch. So stellt der Menschenhandel neben dem Drogen- und Waffenhandel das rentabelste illegale Geschäftsfeld dar. The Body Shop hat im August des vergangenen Jahres eine internationale Kampagne lanciert, die dem Sexhandel von Kindern und Jugendlichen ein Ende setzen soll. Ivan Levy beleuchtet in seinem Referat die Hintergründe der weltweiten Kampagne. www.thebodyshop.ch/trafficking_de
Ivan Clive Levy wurde am 14. April 1957 in Zürich als Sohn einer Unternehmerfamilie geboren und absolvierte in London sein Wirtschaftsstudium. Seine Frau Sheela begeistere ihn 1983 für das Konzept von The Body Shop, einer von der Natur inspirierten Kosmetiklinie. Kurz darauf erwarb Ivan Levy von Anita Roddick die Lizenzrechte für die Schweiz und eröffnete im August 1983 den ersten von mittlerweile 37 Shops. Levy fühlt sich nachhaltig dem von Anita Roddick postulierten Ethos „… dass Business Kraft hat, Gutes zu tun“ verpflichtet. Er unterstützt mit seinem Unternehmen die weltweiten humanitären Kampagnen und Projekte von The Body Shop. Ivan Levy lebt mit seiner Frau Sheela in Küsnacht, die gemeinsame Tochter Shaana lebt in Mumbai und ist im Filmgeschäft tätig.
Rolf Nägeli, Leutnant, Stadtpolizei Zürich, Kommissariat Prävention
Im Jahr 2008 lancierte die Stadtpolizei zusammen mit dem Schul- und Sportdepartement und der OIZ (Organisation Informatik Zürich) die Kampagne “schau genau”. Da die Kampagne überaus erfolgreich war, wurde im Jahr 2009 eine “Reminderkampagne” gestartet. Im Jahr 2009 erhielt die Kampagne vom Bundesamt für Kommunikation den Sonderpreis Ritter der Kommunikation 2009.
Rolf Nägeli arbeitet seit über 25 Jahren bei der Stadtpolizei Zürich. Anfänglich bei der Uniformpolizei, wechselte er anschliessend in die Kriminalpolizei zur Personenfahndung. Nach sechs Jahren Personenfahndung wechselte Nägeli in den Kinderschutz, welchen er seit 2003 leitet. Ab 1. April 2010 wird er das Kommissariat Prävention übernehmen. Das Kommissariat Prävention beinhaltet die Bereiche der Kriminal- und der Verkehrsunfallprävention sowohl der Polizeilichen Beratungsstelle und den Schulinstruktoren.
Primo Amrein, Microsoft, Lead Online Business Group, Wallisellen, ZH

Der Windows Live (MSN) Messenger ist mit über zwei Millionen Nutzern das beliebteste Instant-Messaging-Programm in der Schweiz. Obwohl Microsoft überzeugt ist, dass Kinder mit dem Messenger geringere Risiken eingehen als in öffentlichen Chatrooms, erhalten Erziehungspersonen mit Windows Live Family Safety umfassende Tools um Kinder online zu schützen. Zudem wurden im Rahmen des Programms www.security4kids.ch bereits mehr als 15‘000 SchülerInnen im sicheren Umgang mit dem Internet geschult.
Primo Amrein leitet bei Microsoft Schweiz das Marketing und Produtkmanagement für den Bereich Consumer Online, mit Produkten wie Messenger, Hotmail und Bing. Vor seiner Zeit bei Microsoft war er Geschäftsleitungsmitglied bei bmd wireless sowie Consultant bei Arthur D. Little. Primo Amrein schloss BWL mit Vertiefung Informationsmanagement an der HSG ab, inklusive Auslandaufenthalte in Stockholm und Hong Kong.
Hajo Michels, ext. Mitarbeiter Schweizerische Kriminalprävention, Bern

“Safersurfing – Sicher im Internet !” – wurde 2005 für die SKP im Rahmen der Kampagne “Stopp Kinderpornografie” entwickelt, als Präventionsplattform zum Thema “Sicherheit im Chat für Kinder”. 2009 wurde die Plattform um Informationen zum Thema Sicherheit in Sozialen Netzwerken erweitert, mit Präventionsinhalten für Kinder / Jugendliche, als auch für Erziehende. Trägerin der “Schweizerischen Kriminalprävention” (SKP) ist die Konferenz der Kantonalen Justiz– und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD).
www.safersurfing.ch
Hajo Michels:
- Geschäftsleiter Warenhaus; – Fundraisingberatung;
- Kommunikationstrainer; – Outreachworker;
- Erarbeitung von Präventionskampagnen im Internet (1999 1. “Stop Aids” Website)
- Beratung, Konzeption, Projektleitung Internet für die SKP
- Autor des Buchs und der Anti-Betrugskampagne “Den Trick kenne ich”.
Franz Eidenbenz, Fachpsychologe für Psychotherapie FSP, Zürich

Neue Medien verändern die Kommunikation mit einer bisher unbekannten Dynamik; der mobile Netzzugriff beschleunigt diese Entwicklung zusätzlich. Neue Medien gehören zum unverzichtbaren Alltag der @-Generation. Diese Entwicklung ist nicht nur technisch und inhaltlich, sondern auch menschlich eine grosse Herausforderung.
Virtuelle Spielwelten, Chats, Sex- und Pornografieseiten gehören zu den Bereichen mit dem grössten Suchtpotenzial. In der Schweiz gelten sechs Prozent der Internet-Nutzer als gefährdet oder süchtig.
Franz Eidenbenz. lic.phil. I, Fachpsychologe für Psychotherapie FSP, initiierte 2000 die internationale Fachtagung „Online – zwischen Faszination und Sucht“. 2001 veröffentlichte er die wissenschaftliche Studie zu konstruktivem versus problematischem Internetverhalten in der Schweiz, die in Zusammenarbeit mit der Humboldt Universität Berlin durchgeführt wurde. 2002/2003 folgte eine Studie über Jugend und Neue Medien im Kanton Zürich. In der Kommission für Fortbildung und Onlineberatung der Föderation Schweizer Psychologen (FSP) war er an der Erarbeitung des Kompetenzprofiles für psychologische Onlineberater (2005) und 2006 an Qualitätskriterien psychologischer Angebote im Internet mitbeteiligt. Franz Eidenbenz verfügt über praktische Erfahrungen in der Therapie von Internetabhängigen, führt Weiterbildungen und Referate durch und gilt als Experte für psychologische Fragen im Zusammenhang mit Neuen Medien. Bis März 2007 leitete er die Offene Tür Zürich: Psychologische Beratungsstelle; Selbsthilfezentrum (www.offenetuer-zh.ch) und ist heute in freier Praxis in Affoltern a.A. und Zürich tätig. Als Projektleiter ist Eidenbenz seit 2009 beauftragt ein Zentrum für Verhaltenssucht „escape“ in Zürich aufzubauen.
http://www.verhaltenssucht.ch
Tobias Bolliger, Kommissariatsleiter, KOBIK (Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität), Bern

Die 2003 gegründete Schweizerische Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (KOBIK) ist Anlaufstelle für Personen, die verdächtige Internetinhalte melden möchten. Diese Mel-dungen werden von KOBIK überprüft, analysiert und an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden im In- und Ausland weitergeleitet. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Kinderpornographie und sexuellen Handlungen an Kindern. Die Entwicklungen des Web 2.0 stellt auch die KOBIK vor neue Herausforderung. Facebook, Twitter und Co. bergen neben dem sozialen Nutzen auch viele Gefahren, insbesondere für Kinder und Jugendliche. So werden immer mehr Jugendliche Opfer, aber auch Täter, von Cyberbullying und weiteren Verletzungen von Persönlichkeitsrechten. Der Sensibilisierung und Beratung betreffend den Umgang mit den modernen Telekommunikationsmitteln, unter dem Aspekt des Jugendschutz, misst die KOBIK einen hohen Stellenwert zu.
Tobias Bolliger ist 32 Jahre alt und Vater zweier Kinder (Yannick 2 Jahre, Sophie 2 Monate). Studierte an der Universität Freiburg die Rechtswissenschaften mit Schwergewicht Europarecht. Arbeitete zuvor zwei Jahre als Legal Counsel bei der Swisscom AG. Seit 1. Januar 2010 Kommissariatsleiter der Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität. Mitglied verschiedener nationaler und internationaler Arbeitsgruppen rund ums Thema Internet und Kinderschutz.
Moderation:
Marc Bodmer, freischaffender Journalist, Jurist, Zürich

Marc Bodmer leitet das Entwicklungsprojekt «Medienkompetenzförderung»
an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW).
Neben seiner Tätigkeit an der ZHAW arbeitet Marc Bodmer seit über 20
Jahren als Cyberkultur-Journalist unter anderem für die Neue Zürcher
Zeitung, Tages-Anzeiger und Weltwoche. Er geniesst Expertenstatus bei
Radio und Fernsehen und hält Vorträge und Workshops über digitale
Unterhaltungsmedien für Lehrer, Eltern und Kinderärzte. Er ist verheiratet
und Vater eines Sohnes.





No comments